Nach 25 Jahren Abschied vom Brasilienprojekt – Probleme rücken näher


Im Rahmen einer kleinen Zeremonie hat die Konrad-Adenauer-Schule nach 25 Jahren ihr Brasilienprojekt beendet. Was zunächst wie der Abschied von einem Erfolgsmodell klingt ist vielmehr der Startschuss für eine neue Ära – und das Thema „Brasilien“ wird beileibe nicht gänzlich vergessen. „Wir werden Brasilien und den Förderkreis Brasilien immer in unserem Herzen tragen“ versprach KAS-Schulleiterin Anke Schüler an die Adresse von Gertrud Baumgarten, der Vorsitzenden eben dieses Vereins, der sich seit vielen Jahren der Unterstützung des aus Fuldaer stammenden Paters Paolo Link widmet, Getrud Baumgartens Bruder.

Gleichzeitig verkündete die Schulleiterin, dass man sich in Zukunft anderen Hilfs- und Solidarprojekten im näheren Umfeld widmen wolle, um damit auch gleichzeitig das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit Leben zu füllen. Denn schließlich zählen mittlerweile 21 jugendliche Flüchtlinge zur Schulgemeinde der Petersberger Realschule, die ihrerseits auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. „Die Probleme der Welt sind jetzt bei uns angekommen,“ sagte Anke Schüler.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war zweifelsohne ein Film mit Highlights aus den 25 Jahren des Brasilienprojekts. Dessen Anfänge reichen bis ins Jahr 1991 zurück, als Gertrud Baumgartens Sohn Matthias als damaliger Adenauerschüler seinen Lehrer Wolfgang Hohmann für die Idee gewinnen konnte, für kleine Häuser in den Elendsvierteln von Sao Paulo Geld zu sammeln. Und Wolfgang Hohmann, längst im Ruhestand angekommen, erinnerte an das Entstehen des Brasilienkiosks und des regelmäßigen Brasilientages mit der obligatorischen Scheckübergabe. Stichwort Geld: Durch die Aktionen wurden im Laufe der Zeit insgesamt mehr als 48000 Euro von der Schulgemeinde aufgebracht – ein Betrag, der vielen Menschen Linderung ihrer Not verschaffte.

Hildegard Stremmer, die verantwortliche Projektlehrerin, sowie Getrud Baumgarten dankten und erinnerten an viele, die der Brasilienaktion ein Gesicht gegeben hatten und von denen neben dem früheren Lehrer Wolfgang Hohmann auch der ehemalige Schulleiter Ottmar Herbert, Ex-Lehrerin Renate Vogel sowie Musiklehrer Thomas Euler anwesend waren. Beide – Stremmer und Baumgarten – betonten, wie wichtig es immer war, dass die Schüler immer nachvollziehen konnten, wo das Geld ankam und wie es verwendet wurde.

Zum Abschluss überreichten die Schulsprecher Pia Nitsche und Shabber Nassery noch einmal 1100 Euro als Spende an den Förderkreis Brasilien, während Schulleiterin Schüler spontan einen Scheck von 500 Euro zur Verwendung in den beiden Flüchtlingsklassen übergab.

Die musikalische Begleitung lag in den Händen von Musiklehrer Christoph Müller, der mit seinem Ensemble aus Chor und Solisten ein Kurz-Musical zu Brasilien sowie Samba-Rhythmen auf der Showbühne intonierte.