„Dass Auschwitz nie wieder sei!“ – eine Studienfahrt voller Fassungslosigkeit

24 Adenauerschüler auf Studienfahrt

In diesem Jahr jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum 72. Mal. Dieser Jahrestag wird zum Anlass genommen, um an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors zu erinnern und ein Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus und menschenverachtende Ideologien heute zu setzen. So haben sich auch in diesem Jahr wieder Schülerinnen und Schüler der Konrad-Adenauer-Schule auf den weiten Weg gemacht, um das ehemalige Vernichtungslager in Polen zu besichtigen. Die Jugendlichen ziehen trotz aller auf sich genommenen Strapazen ein sehr positives Fazit und sind dankbar, sich auf diesem Weg mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.

In einer ausführlichen Gesprächsrunde nach der Exkursion berichten die Teilnehmer über ihre Eindrücke und Gefühle. Fanny Froeb erzählt hierbei, dass das Thema zwar sehr detailliert im Unterricht behandelt wurde, sie das Ausmaß und die Schrecklichkeit der Taten jedoch erst vor Ort richtig realisieren konnte. Ihre Mitschülerin Selina Feller ist geschockt von dem durchorganisierten System, welches hinter der Ermordung von so vielen Menschen stand. „Das durchdachte Konzept mit dem Ziel, eine ganze Religion auszurotten, die doch Menschen wie wir sind, kann ich einfach nicht begreifen.“

Die Besichtigung begann schließlich im Stammlager Auschwitz 1. Jeder kennt das Bild des berühmten Torbogens „Arbeit macht frei“. Nun stand man auf einmal hier an diesem schrecklichen Ort. Janina Trabert empfand die Atmosphäre in diesem Moment als sehr angespannt und respektvoll. „Als das Lager in Sichtweite war hat jeder seine Gespräche eingestellt und es wurde sehr leise.“

Die Jugendlichen waren fassungslos angesichts der verschiedenen Ausstellungsexponate, wie z. B. den Massen von Haaren der ermordeten Opfer. Suanita Trubljanin gehen die Bilder der abgemagerten Kinder bis heute nicht mehr aus dem Kopf. „Sie waren doch so unschuldig und total hilflos.“ Im Keller von Block 11 besichtigten die Jugendlichen die Stehzellen. „Wenn ich für eine längere Zeit auf einer Stelle stehe, tut mir mein Rücken sofort weh. Die Gefangenen der Nazis mussten hier Stunden bis Tage stehen, das ist einfach unmenschlich“ erklärt Thore Hütsch sichtlich betroffen.

Nach einer kurzen Busfahrt wurden die Jugendlichen schließlich mit dem ungeheuren Ausmaß des Vernichtungslagers Birkenau konfrontiert. In dem Vernichtungslager wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen umgebracht. Selina Feller findet kaum passenden Formulierungen für ihre Eindrücke in Birkenau. „Das düstere Wetter erinnerte mich an die damaligen Grausamkeiten. Die Tatsache, dass wir die Wege abgelaufen sind, wo Menschen ungewiss in den Tod geschickt wurden, war für mich beängstigend.“

Am Mahnmal für die Opfer im ehemaligen Vernichtungslager entzündeten die Schüler eine Kerze zum Gedenken an. Yannik Weber las hier das Auschwitz-Gedicht „Und es war ein Tag“ von Nora Gomringer vor. Janina Trabert zieht ein persönliches Fazit: „Ich finde gut, dass wir hier waren. Nur so kann man verstehen, was hier passiert ist. So etwas darf sich nicht wiederholen.“

Auch im kommenden Jahr will Politiklehrer Stefan Metzler, der die Fahrt vorbereitet und durchgeführt hat, an der Konrad-Adenauer-Schule einen Wahlpflichtkurs zu diesem Thema sowie die Studienfahrt nach Auschwitz anbieten.DSC_0212

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